Copy Design oder Produktkonfiguration in Autodesk Vault?

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In vielen Engineering-Teams entstehen Varianten nicht durch Konfigurieren, sondern durch Kopieren. Eine bestehende Baugruppe wird dupliziert, angepasst, umbenannt – und als neue Variante abgelegt.

Das funktioniert erstaunlich gut. Zumindest eine Zeit lang.

Irgendwann wird aus dieser Arbeitsweise jedoch genau das, was viele Autodesk Vault Anwender kennen: wachsende Datenmengen, Dubletten und Zeichnungen, bei denen niemand mehr sicher sagen kann, ob sie noch zum Modell passen oder welche Variante bereits existiert.

Die eigentliche Frage lautet daher:

Ist Copy Design der richtige Ansatz für wiederkehrende Varianten?

 

Copy Design in Autodesk Vault – Stärken und Grenzen

Copy Design ist ein starkes und bewährtes Werkzeug für einmalige Ableitungen und Sonderkonstruktionen. Wenn sich die Struktur eines Produkts deutlich ändert oder eine Variante bewusst ein Einzelstück bleibt, bietet Copy Design maximale Kontrolle. Der Konstrukteur entscheidet explizit, welche Teile neu entstehen, welche bestehen bleiben und wie Dateiname, Ablage und Zeichnungen gehandhabt werden.

Seine Stärke liegt genau dort, wo Entscheidungen bewusst manuell getroffen werden und sich nicht wiederholen.

Schwierigkeiten entstehen, wenn Copy Design für regelmäßig auftretende Varianten eingesetzt wird. Dann müssen Entscheidungen sehr früh getroffen werden – oft bevor klar ist, wie sich die Konstruktion tatsächlich entwickelt. In der Praxis führt das dazu, dass mehr kopiert wird als nötig, aus Vorsicht und zur Absicherung.

Das Ergebnis sind Dubletten, zusätzliche Zeichnungen und Vault-Strukturen, die über Jahre wachsen, ohne wirklich beherrschbar zu bleiben.

 

Der alternative Ansatz – Produktkonfiguration vor dem Check-in in Vault

In der Zusammenarbeit mit DLP haben wir deshalb bewusst einen anderen Weg gewählt.

Erst konfigurieren. Dann entscheiden.

Die Grundidee ist einfach: die Konfiguration eines Produkts erfolgt direkt im Autodesk Inventor bevor Daten in den Autodesk Vault eingecheckt werden. Erst wenn klar ist, was tatsächlich entstehen soll, wird entschieden, wie mit den Daten umzugehen ist.

Der Ablauf ist klar strukturiert:

  • Ausgangspunkt ist eine neutrale Baugruppe (Vorlage)
  • Die Konfiguration erfolgt interaktiv in Inventor über einen geführten Dialog
  • Geometrie und Optionen wirken sofort am 3D-Modell
  • Während der Konfiguration wird nichts in Vault kopiert oder eingecheckt

Die eigentliche Entscheidung erfolgt erst beim bewussten Schritt „Konfiguration abschließen“

Was beim Abschluss passiert

Beim Abschluss der Konfiguration läuft automatisch ein definierter Prozess:

  • Validierung der Konfiguration
  • Suche nach bereits existierenden identischen Varianten über einen eindeutigen „Fingerabdruck“
  • Wiederverwendung vorhandener Teile, falls vorhanden
  • Erzeugung neuer Teile nur dort, wo es sie wirklich noch nicht gibt
  • Automatischer Check-in an die richtige Stelle
    • Kategorien
    • Eigenschaften
    • Dateiname
    • Teilenummer
Für den Anwender wirkt das unspektakulär. Ein Klick, ein Fortschrittsdialog, fertig.

Für Vault bedeutet es: kontrollierte Wiederverwendung statt schleichender Vervielfältigung.

 

Zeichnungen: nicht neu erzeugt, sondern verlässlich aktuell

Ein zentraler Aspekt dieses Ansatzes sind die Zeichnungen.

Existiert eine Variante bereits, dann existiert auch die zugehörige Zeichnung. Diese Zeichnung wurde früher schon korrekt erstellt und wird direkt weiterverwendet.

Existiert die Variante noch nicht, wird die Zeichnung aus einer passenden Vorlage übernommen. Dabei wird die Zeichnung beim Abschluss der Konfiguration automatisch aktualisiert, nachdem das 3D-Modell vollständig angepasst wurde.

Damit ist sichergestellt, dass die Zeichnung die neue Variante korrekt darstellt und keinen früheren Stand widerspiegelt. Ein häufiger Schwachpunkt klassischer Copy-Design-Prozesse – technisch korrekte Modelle mit veralteten Zeichnungen (aktualisieren vergessen?) – wird so systematisch vermieden.

Die Aktualisierung der Zeichnung ist kein optionaler Handgriff, sondern fester Bestandteil des Abschlussprozesses.

 

Was das Video zeigt

Das begleitende Video zeigt den Ablauf aus Sicht des Anwenders:

  • Start aus einer neutralen Baugruppe (Vorlage)
  • Geführte Konfiguration mit sofortigem 3D-Feedback
  • Abschlussdialog mit Validierung, Dublettenprüfung und Check-in
  • Aktualisierte Zeichnungen und saubere Ablage der Ergebnisse in Vault

 

Der Fokus liegt auf dem Arbeiten im Alltag – vom Öffnen der Vorlage aus dem Vault bis zum abgeschlossenen Datensatz und das Ablegen der Variante in den Vault.

 

Wann dieser Ansatz Sinn ergibt

Nicht jede Baugruppe muss konfigurierbar sein. Der Ansatz ist besonders sinnvoll, wenn:

  • Varianten regelmäßig auftreten
  • ein Großteil der Struktur gleich bleibt
  • Zeichnungen einen hohen Anteil an der Konstruktionszeit haben
  • Dubletten heute bereits ein Thema sind
  • Vault langfristig als sauberes Datenrückgrat dienen soll

 

Was sich geschäftlich spürbar verbessert

Der Nutzen dieses Ansatzes lässt sich sehr konkret beschreiben – und er wirkt sich direkt auf Zeit, Qualität und Kosten aus.

Erstens sinkt der Zeitaufwand in der Konstruktion deutlich. Varianten werden nicht mehr von Grund auf neu abgeleitet oder vorsorglich kopiert, sondern gezielt konfiguriert. Das verkürzt die Durchlaufzeit neuer Varianten spürbar und macht Termine verlässlicher.

Zweitens steigt die Qualität der Ergebnisse. Zeichnungen sind nicht mehr ein nachgelagerter, manueller Schritt, sondern fester Bestandteil des Prozesses. Sie werden beim Abschluss der Konfiguration automatisch aktualisiert und passen damit sicher zum Modellstand. Das reduziert Rückfragen, Korrekturschleifen und Unsicherheit in der Fertigung.

Drittens sinkt die Teilevielfalt. Durch die systematische Dublettenprüfung werden vorhandene Varianten konsequent wiederverwendet. Weniger Dubletten bedeuten weniger unterschiedliche Teile, weniger Varianten in Stücklisten und weniger Folgeaufwand in Einkauf, Lager und Fertigung.

Diese Effekte zahlen auf ein gemeinsames Ziel ein: eine messbare Reduzierung der Gesamtkosten. Nicht durch einzelne Optimierungen, sondern durch einen stabilen Prozess, der Wiederholung, Qualität und Wiederverwendung von Anfang an berücksichtigt.

 

Tacton und Autodesk Vault – Integration für reale Engineering-Prozesse

Wenn Sie regelmäßig Varianten konstruieren und Vault im Einsatz haben, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihren aktuellen Prozess.

Gemeinsam mit DLP haben wir die Integration zwischen Tacton und Vault so aufgebaut, dass sie sich an reale Engineering-Abläufe anpasst. In einer ersten, unverbindlichen Beratung schauen wir gemeinsam mit Ihnen, ob und wo ein konfigurationsbasierter Ansatz für Ihre Produkte sinnvoll ist.

Dabei geht es nicht um Software-Demos oder Produktversprechen, sondern um Ihre konkreten Baugruppen, Zeichnungen und Abläufe.

Wenn Sie regelmäßig Varianten konstruieren und Autodesk Vault im Einsatz haben, lohnt sich eine strukturierte Analyse Ihres aktuellen Prozesses.

Weitere Informationen zu DLP finden Sie hier:

https://www.dlp-engineers.de

Ein kurzes Gespräch reicht oft aus, um zu klären, ob ein konfigurationsbasierter Ansatz für Ihr Variantenmanagement in Autodesk Vault sinnvoll ist.

 

Zu viele Dubletten in Ihrem Vault?

Regelmäßige Varianten führen oft unbemerkt zu unnötigen Kopien.
Prüfen Sie, ob Konfiguration Ihre Struktur vereinfachen kann.